The Shadows - eine Biographie
Im Oktober 1958 machten die Kalin Twins, die gerade mit "When" einen Nummer-1-Hit hatten, eine England-Tournee, bei der im Begleitprogramm ein bis dahin noch recht unbekannter junger Sänger namens Cliff Richard auftreten sollte. Dieser hatte zwar mit Terry Smart, Norman Mitham und Ian Samwell eine eigene Band, allerdings war wohl der Manager der Meinung, dass die Musiker den Anforderungen nicht mehr genügen würden.

Eigentlich sollte für die Sologitarre Tony Sheridan verpflichtet werden, aber der war in der berühmten Coffee Bar "Two I's" nicht aufzutreiben. Stattdessen entdeckte man dort einen anderen jungen Gitarristen, der neben einer äußerlichen Ähnlichkeit zu Buddy Holly auch dessen Songs perfekt nachspielen konnte: Hank Marvin (* 28.10.1941 in Newcastle/England). Gefragt, ob er als Begleitung an der Tournee teilnehmen wolle, stimmte er unter der Bedingung zu, dass sein Freund und Schulkamerad aus Newcastle Bruce Welch (* 2.11.1941 in Bognor Regis/England) ebenfalls engagiert würde. Damit hatte Cliff Richards Band "The Drifters" die Besetzung Hank Marvin (Sologitarre), Bruce Welch (Gitarre), Ian Samwell (Gitarre) und Terry Smart (Schlagzeug).
Im Programm der Tournee waren auch die Most Brothers, die in ihrer Band den Bassgitarristen Jet Harris (* 6.7.1939 in Kingsbury/England – † 18.3.2011 in Winchester/England) und den Schlagzeuger Tony Meehan (* 2.3.1943 – † 28.11.2005 in London) hatten. Die Drifters waren insbesondere vom Können des damals hell blondierten Jet Harris beeindruckt, der zudem einer der ersten, wenn nicht gar der erste war, der in England einen Elektrobass spielte.

Nach Beendigung der Tournee schieden Ian Samwell und Terry Smart bei den Drifters aus und wurden durch Jet Harris, der während der Tournee bereits mehrfach die Drifters verstärkt hatte, und Tony Meehan ersetzt.
Die Ur-Shadows Marvin, Welch, Harris und Meehan prägten die englische und damit auch die gesamte europäische Musikszene in einem heute kaum nachvollziehbarem Maße. Die Besetzung Solo-, Rhythmus-, Bassgitarre und Schlagzeug wurde von ihnen so populär gemacht, dass sie als Standardbesetzung galt, neben zahllosen anderen Gruppen auch für die Beatles.
Das musikalische Können der Vier war für Cliffs Produzenten Norrie Paramor so beeindruckend, dass die Drifters unter eigenem Namen einen Vertrag erhielten und im Januar 1959 ihre erste eigene Single "Don't Be A Fool With Love" / "Feelin' Fine" herausbrachten. Die beiden Gesangstitel hinterließen weder beim Publikum noch in den Plattenläden einen nennenswerten Eindruck, obwohl das Potenzial doch so hoch eingestuft wurde, dass die Single ebenso wie die folgenden auch in den USA herausgebracht wurde.
Mit ihrer zweiten Single "Driftin'" und "Jet Black", zwei Instrumentalaufnahmen, betraten die Drifters im Juni 1959 wiederum Neuland. Instrumentaltitel waren bis dahin die Domäne von Bigbands und Orchestern, undenkbar für "nur" vier Instrumente. Aber auch hier blieb der kommerzielle Erfolg aus.
In den USA hatte inzwischen die dort seit einigen Jahren erfolgreiche Gesangsgruppe The Drifters Widerspruch gegen die Benutzung "ihres" Namens eingelegt, weshalb die zweite Single unter dem Namen The Four Jets veröffentlicht wurde. Allerdings musste jetzt ein neuer Bandname her, da man erstens auf den amerikanischen Markt nicht verzichten wollte und weiterhin Namenskonflikte auch in Europa zu befürchten waren.
Jet Harris hatte die zündende Idee für den neuen Bandnamen The Shadows, der ab Oktober 1959 bis heute seine Gültigkeit behalten hat.
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Bandfoto The Shadows 2

Die erste Besetzung

Bei der nächsten Single, nun unter dem Namen The Shadows veröffentlicht, handelte es sich wiederum um zwei Gesangstitel, "Saturday Dance" und "Lonesome Fella". Auch hier war nur ein sehr mäßiger Verkaufserfolg zu verzeichnen.
Während einer Konzerttournee mit Cliff spielte ihnen der ebenfalls auftretende Sänger und Komponist Jerry Lordan auf seiner Ukulele einen Instrumentaltitel vor, den er zuvor bereits dem englischen Gitarristen Bert Weedon angeboten hatte. Der hatte ihn auch schon eingespielt, allerdings war eine Veröffentlichung noch in Frage gestellt. Die Shadows jedenfalls waren von Jerry Lordans Komposition begeistert. Beim nächsten Studiotermin am 17. Juli 1960 wurde "Apache" eingespielt. Der Produzent Norrie Paramor musste allerdings erst noch von der Verkaufsqualität überzeugt werden, er wollte "Apache" eigentlich auf die Rückseite der Single verbannen. Glücklicherweise verließ er sich auf das Gespür seiner beiden Töchter im Teenageralter.
"Apache" war der Beginn einer Erfolgsstory, die bis heute andauert. Im August vertrieben die Shadows ihren "Boss" Cliff Richard von Platz 1 der englischen Hitparade und verteidigten diese Position fünf Wochen, selbst Elvis Presley musste sich mit Platz 2 zufrieden geben.
Bei ihrer nächsten Single "Man Of Mystery" gewann Elvis Presley zwar mit "It's Now Or Never" den Kampf um die Spitze der Hitparade, die Shadows aber waren aus dem Schatten von Cliff Richard herausgetreten. Sie begleiteten ihn weiterhin bei seinen Plattenaufnahmen und auf den Tourneen, betrieben aber eine eigene, unabhängige Karriere als Instrumentalband.
Erneut schafften die Shadows ein Novum: die vier Musiker waren nicht nur als Kollektiv bekannt, jeder Einzelne von ihnen hatte seine eigenen Fans. Man kann die Band eigentlich als erste Boygroup der Welt bezeichnen.
Der unverwechselbare Shadows-Sound, der ohne Zweifel von der oft zitierten Kombination von Hanks Fender Stratocaster mit Vox-Verstärker und Meazzi-Echogerät bestimmt wurde, war jedoch das Zusammentreffen von vier Musikern, von denen jeder seinen Anteil am Erfolg hatte: das unnachahmliche Gitarrenspiel von Bruce Welch, das schon manchen Rhythmusgitarristen zur Verzweiflung gebracht hat; die Bassgitarre von Jet Harris, deren Spielweise er mangels Vorbildern selbst entwickeln musste; das solide und gleichzeitig innovative Schlagzeug von Tony Meehan; die Fähigkeit von Hank Marvin, die Kombination von E-Gitarre mit Verstärker und Effektgeräten zu neuen Klangbildern zu nutzen. Für zahlreiche andere Musiker, von denen hier nur Eric Clapton, Pete Townsend und Mark Knopfler genannt seien, waren die Shadows der Anstoß, das Gitarrenspiel aufzunehmen.
Musikalisch bewegte sich die Gruppe auf einer endlos erscheinenden Erfolgsstraße. Die nächsten beiden Singles, "F.B.I." und "The Frightened City", schafften ebenfalls die Top Ten. Das folgende "Kon-Tiki" verschaffte den Jungs den zweiten Chart-Topper. Die Single "The Savage" wurde ohne Einverständnis der Shadows herausgebracht, wohl um an den Erfolg des Films "The Young Ones" anzuknüpfen, den sie mit Cliff Richard gedreht hatten. Vielleicht erreichte sie deshalb "nur" Platz 10. Alle Zweifel wurden jedoch mit "Wonderful Land" beseitigt, das wieder an die Spitze der Hitparade stürmte und diese 6 Wochen hielt.
Im Herbst 1961 wurde die erste Langspielplatte "The Shadows" herausgebracht, fast selbstverständlich eine Nr. 1. Sie schaffte es, ohne Unterbrechung 57 Wochen in den Charts zu bleiben, ein heute kaum vorstellbarer Dauerbrenner.
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Die zweite Besetzung

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Die dritte Besetzung

Ebenfalls im Herbst 1961 verließ Tony Meehan und kurz darauf im Frühjahr 1962 Jet Harris die Gruppe. Was für viele andere Bands sicherlich das Aus bedeutet hätte, konnte der Popularität der Shadows keinen Abbruch tun. Mit Brian Bennett (* 9.2.1940 in London) am Schlagzeug und Brian Locking (* 22.12.1938 in Bedworth) an der Bassgitarre wurden Musiker gefunden, die die entstandenen Lücken mehr als schließen konnten.
Nach "Guitar Tango" folgten mit "Dance On" und "Foot Tapper" zwei weitere Nummer-1-Hitparadenerfolge. Auch ihre zweite LP, bezeichnenderweise "Out Of The Shadows" betitelt, erreichte die Spitze der Charts und wurde 38 Wochen gelistet.
(Jet Harris brachte mit achtbarem Erfolg zwei Solo-Singles heraus, bevor er mit Tony Meehan ein Duo bildete, das pikanterweise mit seiner Single "Diamonds" das "Dance On" der Shadows von Platz 1 der Charts verdrängen konnte. Zwei weitere Top-Ten-Hits folgten, bevor sich das Duo infolge eines Autounfalls von Jet Harris wieder trennte.)
Ende 1963 stieß John Rostill (* 16.6.1942 in Birmingham - 26.11.1973) als neuer Bassist zu den Shadows, da Brian Locking die vielen Live-Auftritte ihm nicht genügend Zeit für sein Engagement als Zeuge Jehovas ließen.
Obwohl sich die Musikszene ab 1963 durch das Aufkommen der zahlreichen Bands im Gefolge der Beatles stark veränderte, konnten die Shadows zunächst noch ihre Position behaupten. Ihre Singles kamen weiterhin in die Top Twenty, und obwohl sie keine Spitzenpositionen mehr erreichten, waren sie aus der englischen Musikszene zunächst nicht wegzudenken.
Anders als bei den Singles, deren Verkaufszahlen im Laufe der Jahre doch zurückgingen, waren die Langspielplatten der Shadows weiterhin erfolgreich. Sie kamen alle unter die Top Ten.
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Die vierte Besetzung

Mit Hank Marvin, Bruce Welch, John Rostill und Brian Bennett hatte sich eine stabile Besetzung ergeben, in der keine weiteren Umbesetzungen erforderlich wurden. Im Laufe der Jahre wurde jedoch der Tourneestress immer größer, eine gewisse Orientierungslosigkeit bei den Plattenveröffentlichungen stellte sich ein, das Feuer und die Begeisterung bei den Bandmitgliedern loderten nicht mehr wie in den früheren Jahren.
Daher beschlossen die Shadows im Dezember 1968, die Gruppe aufzulösen. Da entsprechende Verträge bereits zuvor abgeschlossen worden waren, wurde 1969 zwar noch eine Japan-Tournee durchgeführt, doch an der nahm Bruce Welch schon nicht mehr teil, er wurde durch den Keyboarder Alan Hawkshaw ersetzt.
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Die fünfte Besetzung

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Die sechste Besetzung

In den zehn Jahren ihres Bestehens brachten die Drifters/Shadows in England 34 Singles, 26 EPs und sieben Langspielplatten heraus sowie zwei weitere LPs mit Zusammenstellungen ihrer Single-Erfolge.
Fünf Singles schafften den begehrten Platz 1 der englischen Hitparade, 16 weitere kamen unter die Top 20. Zwei Langspielplatten erreichten ebenfalls die Spitze der Charts, fünf weitere kamen unter die Top 10.
Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Platten der Shadows in nahezu allen Ecken der Welt erschienen. In allen europäischen Ländern, aber auch in Australien, Japan, Indien oder Südafrika waren ihre Platten veröffentlicht worden. Selbst in den USA und Kanada war ihre Musik in den Geschäften erhältlich, auch wenn sie zugegebenermaßen nicht der große Verkaufsschlager war. Erstaunlich ist in jedem Fall ihre Popularität in den süd- und mittelamerikanischen Staaten; ja selbst in der Türkei, im Libanon, in Nigeria, in Malaysia, auf den Philippinen und Jamaika gab es die Musik der Shadows.
Eine Erfolgsstory sondergleichen fand nach 10 Jahren ihr Ende. Na ja, nicht wirklich!
Man nahm zunächst einmal Abstand voneinander, Hank Marvin brachte 1969 sein erstes Soloalbum heraus, bei Brian Bennett war es bereits sein zweites nach seinem Solodebüt 1967. Bruce Welch widmete sich der Produktion anderer Künstler, besonders erfolgreich dabei war seine Arbeit für Olivia Newton-John, der er auch privat verbunden war. John Rostill begleitete unter anderem Tom Jones auf dessen Nordamerika-Tournee, bei der ihn Elvis Presley für seine Band - erfolglos - abzuwerben versuchte. Brian Bennett leitete das Orchester auf Cliff Richards Welttournee.
Hank Marvin und Brian Bennett taten sich mit dem Multi-Instrumentalisten Alan Hawkshaw sowie diversen Bassisten zusammen und spielten in George Martins neuem Studio rockige Coverversionen von Beatles- und Rolling Stones-Titeln und anderen Rockklassikern ein. Etwas missverständlich wurde das Album "Shades Of Rock" wieder den Shadows zugeschrieben.
Der Virus Musik hatte die Mitglieder der Shadows weiterhin voll im Griff, allerdings wollte man neue Wege betreten.
Um die Jahreswende 1970/71 taten sich Hank Marvin und Bruce Welch mit dem Australier John Farrar zum Trio Marvin, Welch & Farrar zusammen, das mit mehrstimmigem Vokalgesang auf den Spuren von Crosby, Stills, Nash & Young wandelte. Zwei Alben erschienen, die von der Presse hoch gelobt wurden. Bei Liveauftritten allerdings konnten sich die Zuschauer nicht an den neuen Stil gewöhnen und verlangten weiterhin die bekannten Instrumentaltitel aus den Shadows-Tagen. Entnervt gab Bruce Welch auf. Hank Marvin und John Farrar brachten zwar noch ein weiteres Album heraus, aber das Vokalintermezzo war mangels Akzeptanz beim Publikum gescheitert.
John Rostill verstarb 1973 durch einen Stromunfall in seinem Studio.
Im gleichen Jahr kamen die verbliebenen Shadows, verstärkt durch John Farrar, nochmals zusammen und spielten das Album "Rockin' With Curly Leads" ein, verkaufsmäßig ein nur mäßiger Erfolg.
Aufgrund ihrer ungebrochenen Popularität durften sie 1975 England mit dem Titel "Let Me Be The One" beim Eurovisionswettbewerb vertreten. Sie schafften dort zwar nur den zweiten Platz, die Single verkaufte sich jedoch recht gut. Das zeitgleich herausgebrachte Album "Specs Appeal" erbrachte allerdings wie das Album zuvor keinen erneuten Durchbruch. Die Mischung aus Vokal- und Instrumentaltiteln fand beim Publikum nicht den gewünschten Anklang. Ein Scheitern des Revivals drohte, zumal John Farrar die Gruppe verlassen hatte.
1977 brachte dann die EMI mit "20 Golden Greats" eine Zusammenstellung der alten Shadows-Hits heraus. Zur großen Überraschung aller stürmte die Platte nicht nur an die Spitze der englischen Charts, sie wurde 48 Wochen in der Hitparade notiert. Die Shadows waren wieder in den Schlagzeilen.
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Die siebte Besetzung

Das 1979er Nachfolgealbum "String of Hits" erreichte ebenfalls Platz 1 und war mit 43 Wochen Laufzeit ebenso erfolgreich.
Vor diesem Hintergrund versuchten Hank und Co., mit der EMI einen neuen Plattenvertrag auszuhandeln, der ihnen mehr Mitbestimmung über ihre Aufnahmen einräumen sollte. Da die EMI keine bzw. nur geringe Zugeständnisse machen wollte, wurde ein neuer Vertrag mit Polydor geschlossen, nach dem die Shadows Eigentümer ihrer Aufnahmen bleiben.
Das erste Album beim neuen Label erschien 1980 und hieß bezeichnenderweise "Change of Address" und schaffte die Top 20.
Mit dem Nachfolgealbum "Hits Right Up Your Street" deutete sich dann an, in welche Richtung sich die Karriere der Shadows entwickeln sollte. Die Gruppe wurde gezwungen, instrumentale Coverversionen aktueller Hits und allseits bekannter Evergreens einzuspielen. Während es der Gruppe anfänglich noch gelang, eigene Vorstellungen mit einzubringen, erhielten im Laufe der Jahre die Marketingexperten das Sagen. Sie stellten eine Liste von Titeln zusammen, aus der ausgewählt werden musste, lediglich beim Arrangement bestand noch Freiheit.
Die Platten verkauften sich recht gut, Plätze in den Top 20 waren die Regel, allerdings waren sie künstlerisch wenig befriedigend. Vielleicht war das neben persönlichen Differenzen der Grund, dass mit dem Album "Reflection" 1990 die letzte Neueinspielung auf den Markt kam. Auch Platz 5 der Hitparade konnte nichts daran ändern, die Shadows als Gruppe hatten sich aufs Altenteil zurückgezogen.
Brian Bennett widmete sich mit großem Erfolg dem Komponieren von Soundtracks für Film und Fernsehen, er wurde sogar mit dem Ivor Novello Preis dafür ausgezeichnet. Viele Soundtracks waren so gelungen, dass sie auf Vinyl bzw. CD erschienen sind.
Seit 1998 organisiert Bruce Welch "Shadowmania", ein jährliches Treffen, das jedesmal weit über 1000 Shadowsfans aus aller Welt anzieht. Neben den dort auftretenden Gitarreninstrumentalbands schnuppert er mit seinen Moonlight Shadows selbst auch wieder Bühnenluft. Einige wenige Konzerte außerhalb dieser Veranstaltung wurden jedoch nicht zu einer Dauererscheinung.
Hank Marvin, der seit der ersten Auflösung im Jahre 1968 seine Solokarriere mehr oder weniger intensiv weiter verfolgt hatte, spielt weiterhin regelmäßig neue Alben ein. Bei seinem letzten Werk "Guitar Player" aus dem Jahre 2003 legte er den vertrauten Fender Stratocaster Sound ab und brachte ein rein akustisches Werk heraus, bei dem ihm Polydor anscheinend einmal freie Hand gelassen hat. Die regelmäßig zumeist in England stattfindenden Tourneen waren in den meisten Fällen ausverkauft. Die Guitar-Player-Tour 2003 ließ allerdings aufhorchen, denn sie wurde auf den Plakaten als "the final tour" apostrophiert.
Bevor allerdings große Wehmut bei den Fans aufkommen konnte, wurde angekündigt, worauf sie seit über einem Jahrzehnt gewartet hatten: Die „Final Tour“ der Shadows in der Besetzung Hank Marvin, Bruce Welch und Brian Bennett. Die 37 Konzerte in England im April/Mai 2004 waren fast alle ein Jahr im voraus ausverkauft, es mussten sogar Zusatztermine eingeplant werden. Dieser Erfolg hat die dienstälteste Band der Welt wohl veranlasst, den Ruhestand noch ein wenig hinauszuschieben und im April/Mai 2005 die „Final European Tour“ durch Skandinavien, Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland durchzuführen. Den Abschluss bildeten dann noch zwei Konzerte in Birmingham, weil die Nachfrage in England einfach zu groß war. Auch diesmal waren die Konzerte teilweise in weniger als einer Stunde ausverkauft.
2004 wurden Bruce Welch und Brian Bennett wegen ihrer Verdienste um die britische Musik als Officers in den Most Excellent Order of the British Empire (OBE) aufgenommen.
Am 28.11.2005 verstarb Tony Meehan an den Folgen von Kopfverletzungen, die er durch einen häuslichen Treppensturz erlitten hatte.
Als sich 2008 die Gründung von Cliff Richard & The Drifters/Shadows zum 50. Mal jährte, wurde eine „Reunion“-Tour für 2009 angekündigt. Im September und Oktober fanden 22 Konzerte in Großbritannien statt, im November folgten 14 Auftritte in Europa, denen sich in Februar und März 2010 noch 20 Termine in Australien, Neuseeland und Südafrika anschlossen. Fast alle Konzerte waren, teilweise innerhalb weniger Stunden, ausverkauft. Über 500.000 verkaufte Karten sprechen für sich.
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Die erste und die bis jetzt letzte Besetzung (2009) jeweils mit Cliff Richard

2010 wurde auch Jet Harris Mitglied des Most Excellent Order of the British Empire (MBE). Auch wurde ihm von Fender ein Spezialpreis dafür zuerkannt, dass er in England die Fender-Bassgitarre populär gemacht hat. Am 18. Februar 2011 verlor Jet seinen Kampf gegen den Krebs.
Aus gesundheitlichen Gründen veranstaltete Bruce Welch im September 2012 sein letztes Shadowmania, sehr zum Bedauern seiner Fans und vieler Freunde der Gitarreninstrumentalmusik.
Hank Marvin hat eine neue Liebe, den Gypsy Jazz im Stile von Django Reinhardt, entdeckt. Nach mehreren Gastauftritten beim alljährigen Samois-Jazzfestival in der Nähe von Paris hatte er zunächst hin und wieder in Australien Auftritte mit seiner neuen Band “Hank Marvin Gypsy Jazz“. Im Oktober 2013 stand eine Tournee durch Neuseeland auf dem Programm. Eine CD, „Django’s Castle“, war eingespielt worden, die als Download oder bei den Konzerten erhältlich ist.
Dessen ungeachtet muss man die Zeit der Shadows als aktive Gruppe mit Studioaufnahmen und Konzerten wohl als beendet betrachten, schließlich sind die drei verbliebenen Mitglieder auch seit einigen Jahren im Rentenalter.
Mehr als 50 Jahre nach ihrer Gründung ist die Popularität der Shadows ungebrochen, wie die Internet-Community "ShadowMusic" mit ihren etwa 2000 Mitgliedern aus aller Welt zeigt. Auch die vielen neu gegründeteten Shadows-Tribute-Bands auf allen Kontinenten der Welt sprechen für die Beliebtheit des durch diese Gruppe geprägten Stils der Instrumentalmusik.

Ulrich Sasu, Oktober 2013
Besetzungsübersicht

The Shadows (vorher The Drifters) ab Juli 1959 bis 30.9.61

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) Jet Harris (Bass) Tony Meehan Drums)


Ab 1.10.61 bis 15.4.62

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) Jet Harris (Bass) Brian Bennett (Drums)


Ab 22.4.62 bis 3.11.63

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) Brian Locking (Bass) Brian Bennett (Drums)


Ab 12.1963 bis 14.12.1968

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) John Rostill (Bass) Brian Bennett (Drums)


Am 14.12.68 Auflösung


Für Verpflichtungen, die noch vorher abgeschlossen worden sind.

12.68 bis 10.69

Hank Marvin (Lead) Alan Hawkshaw (Keyboards) John Rostill (Bass) Brian Bennett (Drums)


Marvin, Welch & Farrar

Ab 9.8.70 bis 72

Hank Marvin (Vocal, Gitarre) Bruce Welch (Vocal, Gitarre) John Farrar (Vocal, Gitarre)

plus Studiomusiker


Marvin & Farrar

72 bis 73

Hank Marvin (Vocal, Gitarre) John Farrar (Vocal, Gitarre)

plus Studiomusiker


The Shadows

27.10.73 bis 12.75

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) John Farrar (Lead & Rhythm) Brian Bennett (Drums)

Für Session oder Tour: Alan Tarney oder Dave Richmond am Bass


76 bis 88

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) Brian Bennett (Drums)

Alan Jones (Bass) Cliff Hall (Keyboards)


88 bis Ende 90

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) Brian Bennett (Drums)

Mark Griffiths (Bass) Cliff Hall (Keyboards)


Final Tour 2004

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) Brian Bennett (Drums)

Mark Griffiths (Bass) Cliff Hall (Keyboards)


Kontinent Tour 2005

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) Brian Bennett (Drums)

Mark Griffiths (Bass) Warren Bennett (Keyboards)


Cliff & Shadows Reunion-Tour 2009

Hank Marvin (Lead) Bruce Welch (Rhythm) Brian Bennett (Drums)

Mark Griffiths (Bass) Warren Bennett (Keyboards) Keith Hayman (Keyboards)


Single Hits in the UK-Charts
Nr
Charteintritt
Titel
Position
Wochen
1
21 07 60
Apache
1
21
2 / 3
10 11 60
Man Of Mystery /
The Stranger
5
15
4
09 02 61
FBI
6
19
5
11 05 61
The Frightened City
3
20
6
07 09 61
Kon-Tiki
1
12
7
16 11 61
The Savage
10
8
8
01 03 62
Wonderful Land
1
19
9
02 08 62
Guitar Tango
4
15
10
13 12 62
Dance On
1
15
11
07 03 63
Foot Tapper
1
16
12
06 06 63
Atlantis
2
17
13
19 09 63
Shindig
6
12
14
05 12 63
Geronimo
11
12
15
05 03 64
Theme For Young Lovers
12
10
16
07 05 64
The Rise And Fall
Of Flingel Bunt
5
14
17
03 09 64
Rhythm And Greens
22
7
18
03 12 64
Genie With The Light
Brown Lamp
17
10
19
11 02 65
Mary Anne
17
10
20
10 06 65
Stingray
19
7
21
05 08 65
Don't Make My Babe Blue
10
10
22
25 11 65
The War Lord
18
9
23
17 03 66
I Met A Girl
22
5
24
07 07 66
A Place In The Sun
24
6
25
03 11 66
The Dreams I Dreams
42
6
26
13 04 67
Maroc 7
24
8
27
08 03 75
Let Be The One
12
9
28
16 12 78
Don't Cry For Me
Argentina
5
14
29
28 04 79
The Deerhunter
9
14
30
26 01 80
Riders In The Sky
12
12
31
23 08 80
Equinoxe V
50
3
32
02 05 81
The Third Man
44
4
Die Alben, nur Originalausgaben
Jahr
Album-Titel
1961
The Shadows
1962
Out Of The Shadows
1963
The Shadows' Greatest Hits
1964
Dance With The Shadows
1965
The Sound Of The Shadows
1965
More Hits
1966
Shadows Music
1967
Jigsaw
1967
From Hank, Bruce, Brian and John
1970
Shades Of Rock
1973
Rockin' With Curly Leads
1975
Specs Appeal
1975
The Shadows Live At The Paris Olympia                    
1977
20 Golden Greats
1977
Tasty
1979
String Of Hits
1980
Another String Of Hot Hits (1 Titel neu)
1980
Change Of Address
1981
Hits Right Up Your Street
1982
Life In The Jungle
1982
Live At Abbey Road
1983
The Shadows Silver Album
1983
XXV (bis auf 3 Songs, wie Silver Album)
1985
Guardian Angel
1986
Moonlight Shadows
1987
Simply Shadows
1989
Steppin' To The Shadows
1989
The Shadows At Their Very Best
1990
Reflection
1990
The Shadows At Abbey Road The Collection Edition  
2004
Life Story
2004
The Final Tour
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Horst Schröder
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